Hochschultag der Architektur 2015
Hochschultag der Architektur 2015
Hochschultag der Architektur 2015

17.04.15
Deutsches Architektur Zentrum DAZ, Berlin

Debatte über Ausbildung der Architekten

Spezialist vs. Generalist?
Was macht den guten Architekten aus?

Absolventen des Architekturstudiums sollen entwerfen, konstruieren, organisieren und steuern können und als Generalisten interdisziplinäre Programmziele koordinieren können. Diese Kompetenz unterscheidet Architekten von Fachspezialisten.

In den letzten Jahren wurde das Aufgabenspektrum von Architekten zunehmend fragmentiert. Statt den gesamten Bauprozess zu begleiten, werden von Architekten zunehmend Teilleistungen gefordert. Kritiker sehen die entwurfsorientierte Ausbildung als Grund dafür an, dass der Berufsstand einen Teil seiner originären Aufgabenfelder an Projektsteuerer und Fachspezialisten abgeben musste und immer stärker auf das Design von Oberflächen reduziert wird.

Wie reagiert die Ausbildung auf das veränderte Berufsbild? Ist die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge genutzt worden, um „kluge Köpfe für das Ganze“ auszubilden und deren Rolle neu zu interpretieren? Oder wird die Spezialisierung im Studium als eine Voraussetzung angesehen, um im Zusammenschluss spezialisiert ausgebildeter Architekten die Büros breiter aufstellen zu können und somit reaktionsfähiger zu sein?

Wie muss vor diesem Hintergrund eine reformierte Architektenausbildung aufgebaut sein? Welche inhaltliche Rolle kommt der Ausbildung des Bachelors und welche des Masters zu? Welche Lehrinhalte sind erforderlich und welche Methoden sind geeignet, um das Ausbildungsziel des Generalisten oder des Spezialisten zu erreichen? Kann das Fach Entwerfen dabei als ein konzeptioneller Denkansatz alle planerischen Aufgaben – von der ästhetischen und konstruktiven Gestalt über die städtebauliche Einbindung und die Koordination der Fachspezialisten bis hin zur Termin- und Kostenplanung – vereinen?

Studierende, Hochschullehrer, wissenschaftliche Mitarbeiter und Architekten sind zu einem kritischen Dialog über Inhalte und Formate einer zukunftsorientierten Ausbildung herzlich eingeladen.

Programm

11.00 Uhr
Eröffnung und Einführung
Heiner Farwick, Präsident des BDA, Berlin
Susanne Lottermoser, Leiterin der Unterabteilung für Baupolitik, Stadtentwicklung und Ländliche Infrastruktur im BMUB

11.30 Uhr
Der Architekt als Generalist, oder: Wie viele Generalisten braucht die Architektur?

Bestandsaufnahme Architekturlehre
Matthias Sauerbruch, Sauerbruch Hutton, Berlin

Kompetenz und Schwerpunktbildung – Fachlisten für Architekten
Sebastian Zoeppritz, Architekt BDA, Architektenkammer Baden-Württemberg, Stuttgart

Standpunkte zu den Zielen einer Architektenausbildung
Ariel Auslender, TU Darmstadt
Helmut Kleine-Kraneburg, TU Kaiserslautern
Christoph Mäckler, TU Dortmund
Erich Prödl, OTH Regensburg

13.30 Uhr – 14.30 Uhr
Mittagspause

14.30 Uhr
Inhalte und Methodik einer guten Ausbildung
Diskussion zu den Themenblöcken:

Anforderungen an das Curriculum
Clemens Bonnen, Hochschule Bremen
Juliana Fließ, Studierende, Leibniz Universität Hannover
Tim Heide, Architekt BDA, Heide & von Beckerath, Berlin

Anforderungen an die Lehrmethodik
Anne-Julchen Bernhard, RWTH Aachen
Berivan Palantöken, Fachschaft FH Erfurt
Ludwig Wappner, KIT Karlsruhe

Profilbildung der Hochschulen
Matt Ceckiewicz, Absolvent Universität der Künste Berlin
André Habermann, Hochschule Bochum
Benedikt Stahl, Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter

17.00 Uhr
Zusammenfassung

Moderation:
Andreas Emminger, Architekt BDA
Andreas Denk, Chefredakteur der architekt, Berlin

18 Uhr
„Archittetura Bolognese“: Kochen – Reden – Essen
Zum gemeinsamen Kochen, Reden und Essen sind Vortragende und Teilnehmer des Hochschultages eingeladen. Die Anmeldung dafür ist nicht mehr möglich, das Kontingent ist erschöpft.

Programm
Das detaillierte Tagesprogramm finden Sie auch hier zum Download.

Link zur Veranstaltung


Kernthesen zur „Architektenausbildung“
Als Ergebnis des 1. BDA-Hochschultags der Architektur im Jahr 2013 hat der BDA in seinen Kernthesen zur Architekturausbildung eine Reihe von Fragen und Forderungen formuliert, die die Mängel der praktischen Übersetzung des Bologna-Prozesses aufgreifen und auf eine zeitgemäße umfassende Ausbildung des Architekten abzielen. Diese sind in fünf Thesen zusammen gefasst, die sich für einen integralen Generalismus, die Förderung des komplexen Denkens, die Verlangsamung und Intensivierung des Studiums, dem Vermitteln von Haltung und der Forderung, dass nur Masterabschlüsse die Vollausbildung als Architekt erreichen, aussprechen.

Die Kernthesen stehen auch zum Download bereit:
Zur Ausbildung der Architekten. Thesen des 1. BDA-Hochschultags der Architektur
Sie können auch in der Bundesgeschäftsstelle telefonisch oder unter kontakt(at)bda-bund.de bestellt werden.

Eine Nachlese des 1. BDA Hochschultags zum Thema Architektur: Ausbildung und Realität können Sie in der Ausgabe unserer Zeitschrift der architekt 2/13 lesen.

Der BDA-Hochschulführer Architektur und Stadtplanung in der neuen Auflage vom 17. April 2015 zum Download (PDF)



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